Donnerstag, 30. September 2010

let’s strut together

Es gibt ja Menschen, die sich bevorzugt im real life aufhalten und uns, die Blogger und Twitterer, seltsam, wenn nicht mit Abscheu, beäugen, gleich so, als hätten wir sie nicht alle beieinander und wären nicht mehr als bemitleidenswerter Haufen, der keinen Sex und keine Freunde hat – okay, vielleicht ist da ein Funken Wahrheit dran, aber wahr ist auch, dass wir wahrscheinlich mehr Spaß haben, als all jene, die das Internet nur zum Emails schreiben nutzen und die “neuesten” Nachrichten aus der Zeitung erfahren. (Entschuldigt, aber ich muss mal kurz – gnihihimuahahaharr!).

Diese Menschen sagen dann gerne so Sachen wie “Ich habe ein richtiges Leben.” und meinen damit ihre drei Katzen Stella, Pupsi und Holger und ihre Beziehung, die einmal im Quartal vor dem Aus steht. Dann stehe ich einfach nur daneben, beobachte, wie Holger auf ihr Sofa kotzt und denke “Ja, ne, is’ klar.”

Im Grunde ist es mir völlig schnuppe, ob mein Umfeld auch bei Twitter oder Tumblr ist. Mir ist es wichtiger, dass sie ihre Unterwäsche regelmäßig wechseln und ein Deo benutzen. Prioritäten, Baby, Prioritäten!! Es geht mir nur um eines, ihr armen internetverweigernden Wasserbeutel, ihr verpasst echt geilen Scheiß, während ihr das Katzenklo saubermacht und nachts im Auto vor der Wohnung eures Ex-Freundes kampiert (wenn ihr zumindest darüber twittern würdet, ja dann…). Zum Beispiel Memes.

Im Grunde gibt es auf diesem Planeten nur zwei Sorten von Menschen: Die, die wissen, was ein Meme ist und die, die es nicht wissen. Und seien wir ehrlich, ein Leben ohne Memes ist ein nicht lebenswertes Leben. Ich postuliere hiermit, dass Memes sogar Leben retten und die Suizidrate senken können. Denn, wie heißt es so schön: Lachen befreit.

Und daher folgt nun mein absolutes Lieblings-Meme:

LEONARDO

 DiHAPPRIO

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Und aus der Kategorie MEME MEETS MEME:

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And finally the ultimate meme:

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Könnte ich mit einem Meme schlafen und kleine Meme-Babys kriegen, ich würde es mit STRUTTING LEO tun. Immer und immer wieder.

In diesem Sinne,
Schalom dann..

Mittwoch, 29. September 2010

Fuck. Die Milch ist alle.

Facebook. Das erste, was ich morgens anschmeiße (noch vor Twitter) ist Facebook. Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich kokse nicht – meine schlechte Angewohnheit heißt Facebook.

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Zum Verständnis: Ich habe zwei Accounts. Den orbisclaudiae-Account und den privaten, deren Mitgliederzahl ich kürzlich auf zwanzig kürzte.

Und jetzt schaue ich mir diese Zwanzig an und denke “Puh, och ne.” Die eine habe ich seit drei Jahren nicht mehr gesehen. Die andere redet seit Monaten nicht mehr mit mir. Die da braucht eine Woche, um auf eine Nachricht von mir zu reagieren. Und die dort lässt mich noch nicht mal auf ihre Pinnwand schreiben.

Irgendwie verliert Facebook für mich als Privatperson den Reiz.

Und ich frage mich, wie war das denn damals, VOR Facebook und StudiVZ?! Als ich nicht das unnatürlich starke Bedürfnis hatte, jedem Furz aus meinem Bekanntenkreis sofort mitzuteilen, wenn ich zu IKEA fahre oder die Milch alle ist? Diese Trivialitäten des Alltags, die doch keinen interessieren, weil sie einfach in der langweiligsten aller Formen auf irgendeine Pinnwand gerotzt werden.

“Heute Abend fette Party!”
“Mein Prof ist ja so ein Arsch.”
“Hurra, mein Hund ist stubenrein.”

Verzeihung, aber wenn der Tag mit @hoch21, @st4rbucks und @i_need_coffee beginnt, dann kann ein “Puh. Heute drei Stunden Mathe.” nur zu spontaner Narkolepsie führen.

Das ist die eine Sache, und die andere ist nun mal, dass ich in die meisten Profilbilder meiner Freunde glotze und denke “Isch habe eusch nüschts zu sagen!” Wenn ihr wissen wollt, was mich beschäftigt, ruft mich doch an, schreibt ‘nen Brief, malt mir ein Bild. Wenn ihr die Fotos meines letzten Urlaubs sehen wollt, kommt vorbei, ich mache euch einen Kaffee, backe Kuchen und zeige sie euch.

Facebook an sich ist eine gute Sache, um Kontakt mit Leuten zu halten, um sich auszutauschen, um Links und Bilder mit einander zu teilen – aber ich habe Twitter, ich habe meinen Blog, ich habe Tumblr, ich habe einen Zweitaccount, auf dessen Pinnwand niemals der Satz “Fuck. Die Milch ist alle.” erscheinen wird. Vielleicht “Fuck. Der Wodka ist alle.” aber es ist ja wohl verständlich, dass ich derlei Nöte dann auch mit der Welt teilen muss.

Lange Rede, kurzer Sinn: Tschüss privater Account, mach disch fott. Vielleicht komme ich eines Tages wieder, wenn der Failwhale sein grausames Terrorregime für immer über Twitter errichtet oder ich von meinem Schicksal als arbeitslose Akademikern so angeödet bin, dass ich mehr Betätigungsfelder brauche, um mein Umfeld ebenfalls anzuöden. Bis dahin, Schalom dann..

Samstag, 25. September 2010

Goebbels war mein Hamster

1 Katze
2 Meerschweinchen
2 Zwergkaninchen
Unzählige Fische (ca. 50% von Katze gefressen)
4 Zebrafinken
4 Wellensittiche
1 Seidenhuhn
Unzählige Farbmäuse (ca. 10 von Katze gefressen)
6 Rennmäuse
1 Grasstreifenmaus (zufällig von einer Rennmaus niedergemeuchelt)
Unzählige Hamster (haben sich teilweise selber aufgefressen)
2 Ratten 4 Ratten

Oy. So aufgezählt ist das schon irgendwie eine Menge an Tieren, die ich in 28 Jahren so gesammelt habe. Ich habe keine Ahnung, welchen tiefenpsychologischen Ursprung meine Haustierbesessenheit hat, aber ich weiß, dass sie als Kind begann.

Meine Familie hat von jeher eine ambivalente Einstellung zu Haustieren. Die eine Seite hält seit der Geburt Christi Hunde, die andere Seite fragte mich erst letztes Jahr (mit einem super skeptisch-angeekelten Ton in der Stimme), ob ich meine Katze denn auch anfassen würde.

In der Grundschule hatte ich zwei Hamster, die sich gegenseitig umgebracht haben. Als 12-jährige schleppte ich zum Entsetzen meiner Mutter einen Schuhkarton mit vier Farbmäusen an. Als 13-jährige hielt ich heimlich eine Ratte in meinem Kleiderschrank – ebenfalls zur würgreizaulösenden Freude meiner Mutter. Immer wieder schleppte ich irgendwas an.

Dann zogen wir um und ich erhielt im selben Haus unterm Dach meine eigene kleine Wohnung – mit einem Schloss an der Tür! Dass ich nach dem sofortigen Großeinkauf beim Kleintierhandel, beim Versuch an der Wohnung meiner Mutter vorbei zu schleichen, auf ebendiese stieß, läuft unter der Kategorie “dumm gelaufen”.

Es folgten noch zu Oberstufenzeiten meine ersten Meerschweinchen, Kaninchen und im Zuge eines Zoo-Praktikums ein Haufen Mäuse (wusstet ihr, dass die dort die Babymäuse an die Vögel verfüttern?! Ich MUSSTE sie retten!! Gut, dass meine Katze herausgefunden hat, wie man Käfigtüren öffnet, läuft ebenfalls unter der Kategorie “dumm gelaufen”).

Jetzt ist meine Katze, die ich zehn Jahre hatte, vor mehreren Monaten gestorben. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt etwa drei Jahre lang nur die Katze gehabt – mit dem Alter tritt wohl auch die Mäßigung ein – und erst war an ein neues Haustier nicht zu denken. Außerdem stand der Gedanke im Raum sich nächstes Jahr in Berlin in dem gigantomanischen Tierheim der Stadt mit neuen kleinen, pelzigen, besten Freunden auszustatten.

Aber es wurde so still hier in meiner kleinen Wohnung. Ich schreibe jetzt meine Magisterarbeit und lerne für die Prüfungen, d.h. ich bin die meiste Zeit der Woche, des Monats – ach, ich bin die ganze Zeit zuhause. Und dann fällt es schon auf, wenn da ansonsten niemand anderes ist..

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Also grübelte ich darüber, welches Tier ich mir denn holen sollte. Und als ich gestern mit meiner Schwester bei IKEA war, fragte ich sie beiläufig, ob wir auf dem Rückweg nicht noch bei KNAUBER vorbeifahren könnte. Meine Schwester, nichts ahnend, bejahte. Vermutlich dachte sie, ich wollte eine Blume kaufen oder eine Leinwand. So eine Närrin. Dort angekommen stand ich vor der Wahl Meerschweinchen, Mäuse oder Ratten?!

[Hamster werde ich mir wohl nie wieder holen, nachdem mein Hamsterpärchen, die eigentlich aufgrund der akuten Fettheit des Männchens Hermann und Emmy Göring hießen, seine eigenen Babys massakrierte, und ich sie daraufhin in Joseph und Magda umbenannte und Joseph einen Einzelkäfig mit der Aufschrift SPANDAU erhielt. Ich glaube eigentlich nicht an Reinkarnation, aber die Zeichen waren hier eindeutig.]

Ich habe die Entscheidung aufgrund der allseits bekannten  Scheisse-und-Zähmungs-Skala getroffen. Soll heissen: Meerschweinchen machen super viel Scheisse, sind so semi zu zähmen, Mäuse machen weniger Scheisse, sind aber auch eher so lala zu zähmen, Ratten machen mittel Scheisse und sind am besten zu zähmen. Einfache Entscheidung.
 
Und ja, ich fasse die beiden auch an.

Donnerstag, 23. September 2010

Was tun, sprach die gelangweilte Mutter

Wer kennt das nicht? Man hat ein Kind, das zu klein ist, als dass man was gescheites damit unternehmen kann. Man ist den ganzen Tag ans Haus gefesselt, die Hausarbeit des Tages ist etwa gegen 12.30h komplett erledigt und ertragbare Serien beginnen erst um 14.10h. Was tun?

PIPPI

Warum nicht das eigene Kind für Fotosessions missbrauchen und Sachen fabrizieren gegen die die Fotoaktionen von Anne Geddes so ganz und gar unöpvig wirken?!

LAUNDRYDAY

..dachte sich wohl auch Adele Enersen mit ihrem Blog: http://milasdaydreams.blogspot.com.

Hier übrigens mein Lieblingsfoto:

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Welch trostlose Zeit muss das gewesen sein, als solche Ideen in irgendwelchen Schubladen einstaubten? Oh, du trübe internetlose Vergangenheit..

So, und wer von euch leiht mir jetzt sein Kind? Hätte da auch so ein paar Ideen und ich verspreche, man kriegt den Edding auch ganz leicht wieder ab.

Samstag, 18. September 2010

PüMa

Ich liebe Pützchens Markt.

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Das liegt daran, dass ich schon als Kleinstkind dort war und mit staunenden Augen die Lichter und den Lärm bestaunte. Ich erinnere mich an Oma und Opa, die sich immer dieses seltsam riechende Pilzgericht holten. Mutti, die gebrannte Mandeln und das Kettenkarussel liebt.

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Vater, der am Schießstand beeindruckte. Ich, die aufgrund von akuter Kotzeritis nie auf die schnellen Dinger gehen konnte und daher erst mein Glück bei Pfeil und Luftballons suchte und später, mit länger gewachsenen Gliedern, eine Geisterbahn nach der anderen durchackerte.

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Pützchens Markt ist für mich Erinnerung. Ist Kindheit. Ist ein schöner Fleck in einer sonst tristtraurigen Phase meines Lebens. PüMa ist ein Stück heile Welt voller blinkender Lichter, süßer Lebkuchenherzen, klebriger Zuckerwatte und mit Helium aufgefüllter Papageienluftballons. PüMa ist Öpve.

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Dienstag, 7. September 2010

Zuviel Freizeit..

..ist was wunderbares.

Red und John haben davon eindeutig zuviel.

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Sonntag, 5. September 2010

Ich bin kein Demo-Typ

Es gibt so Geschichten, die sagen einfach alles über eine Person aus. Ohne, dass man noch irgendwas hinzufügen muss.

Dies ist so eine.

Letztes Jahr, als ich in Berlin weilte, fand auch die ‘Freiheit statt Angst’-Demo statt – so wie jetzt auch wieder. Ich hatte noch nie an einer Demo teilgenommen. Ich bin nicht der Demo-Typ. Ich kann Menschenaufläufe und –massen nicht ausstehen.

Aber, dachte ich mir, bist in Berlin, machste mit!

Also stiefelte ich los und erfuhr erst recht kurzfristig, dass die, mit der ich dort verabredet war, doch nicht kommen würde. Macht nix, dachte ich, bist in Berlin, das ist egal.

Jetzt habe ich die Angewohnheit immer überpünktlich zu sein. Auch dieses Mal. Zwar waren einige Kameraden der roten Fraktion schon da (ganz ehrlich, ich weiß inzwischen auch, dass ich mich nicht unbedingt am passendsten Sammelpunkt einfand..), aber irgendwie dauerte das noch ewig, bis die losgingen. Irgendein Heini knatterte durch sein Megaphon und ich erwartete, dass ich von der Stimmung irgendwie mitgetragen würde, ich elektrisiert sein würde. Nix da. Also stand ich da, so ganz ohne rotes Banner oder feschen Antifa-Button und mir wurde ein wenig langweilig.

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Nach über einer halben Stunde, der DDR-Fan-Club machte immer noch keine Anstalten in naher Zukunft loszudackeln, beschloss ich ‘vorzugehen’. Ich wusste die genaue Route und schlenderte vorbei an den Bullys der Polizei, machte vom Roten Rathaus und anderen Dingen ein paar Schnappschüsse, schlenderte weiter, blieb stehen, schlenderte weiter, blieb stehen, wartete, schlenderte weiter, wartete, schlendern, warten, schlendern, warten, schlendern, warten. 
 IMG_1157 Ich bin normalerweise ein recht zügiger Geher und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich mich damals mit der Geschwindigkeit einer an ALS-erkrankten Schildkröte fortbewegte – ich kehrte sogar zwischendurch ein und trank eine Cola – aber ich wurde nicht eingeholt. Und ehe ich mich versah, war ich am Potsdamer Platz, wo die Liberalen, die Gründen, die Piraten und sonstige Gesellen eifrig und hochmotiviert ihre Banner hochhielten.

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Bis heute weiß ich nicht, ob die Roten jemals am Potsdamer Platz angekommen sind. Ich weiß auch nicht, wie ich auf die Idee kam, bei den Linken und den Antifa-Leuten mitgehen zu wollen. Ich weiß nur, dass das die einzige Demo war, auf der ich jemals war (bzw. nicht war).

Ende.